Bevölkerungsbefragung: Es mangelt an Bildung

WJ Darmstadt diskutieren mit Bürgern bei Meinungsumfrage über Politik und Gesellschaft

BevölkerungsbefragungBevölkerungsbefragung Darmstadt, 13. Mai 2013. Es fehlt eine Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten am Ostbahnhof – so lautete das konkrete Anliegen einer Darmstädterin, die am 11. Mai an der Bevölkerungsbefragung der Wirtschaftsjunioren Darmstadt (WJ) teilgenommen hat. „Noch bevor wir unseren Stand aufgebaut hatten, kamen die ersten interessierten Bürger auf uns zu“, berichtete Wolfgang Brunner, Kreissprecher der WJ Darmstadt und selbstständiger Produktdesigner. Die Menschen füllten nicht nur den Fragenbogen aus, sondern nutzten die Gelegenheit mit den jungen Unternehmern und Führungskräften ins Gespräch zu kommen. Die Wirtschaftsjunioren erheben bereits seit 1985 regelmäßig deutschlandweit Meinungen. Gefragt wurde dieses Mal unter anderem, welchen Themen die Bundesregierung mehr Aufmerksamkeit schenken sollte. Zur Auswahl standen beispielsweise Integration und Steuergerechtigkeit. Bezogen auf Hessen und die Region Darmstadt-Dieburg lagen die Schwerpunkte etwa auf der Jugendarbeitslosigkeit, dem Wirtschaftsstandort und den Kinderbetreuungsangeboten. Als Dankeschön für die Teilnahme an der Bevölkerungsbefragung teilten die Wirtschaftsjunioren Coupons als Lose für zwei mal zwei Eintrittskarten für das Darmstädter Jugendstilbad aus. Welche Nummern gewonnen haben, verrät die Homepage der WJ Darmstadt www.wj-darmstadt.de.

Darmstädter Meinungen…

Bevölkerungsbefragung„Die Gespräche mit den Darmstädtern zeigten vor allem einen gravierenden Schwerpunkt: Es mangelt an Bildung“, sagte Marco Tarsia. Der Berater für strategisches Marketing und Management engagiert sich als Bundesvorstand bei den Wirtschaftsjunioren Deutschland, leitet dort das Ressort Mitglieder und unterstützte seine Darmstädter Kollegen bei der Bevölkerungsbefragung. Bildung käme deutlich zu kurz, so die Meinung der Passanten. Viele Menschen seien deshalb immer weniger selbstständig. Sie würden kaum Verantwortung übernehmen – sowohl für sich selbst, als auch der Gesellschaft gegenüber. Nur Wenige seien bereit, das Risiko einzugehen und eine eigene Geschäftsidee zu verwirklichen. Das zeige auch das Angebot in der Innenstadt: Der individuelle Einzelhandel ist stark zurückgegangen, stattdessen prägen Handelsketten das Stadtbild. Dafür seien nicht ausschließlich die hohen Ladenmieten verantwortlich.

Ebenfalls am Bildungsthema verankert sei die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie gestalte sich aus Sicht der Befragten als schwierig. Einige Kinder aus Migrationsfamilien würden die Schulausbildung abbrechen und  sich in die eigene familiäre Gemeinschaft zurückziehen. Sie sind so für den  Fachkräftenachwuchs auf dem deutschen Markt nicht mehr verfügbar. Andererseits biete Europa durch Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ein großes Potenzial.

BevölkerungsbefragungDie Ansichten der Befragten waren vielschichtig. „Wer sich bereits gesellschaftlich oder politisch engagiert, weiß um die Angebote, die andere vielleicht aus Unkenntnis vermissen“, resümierte Wolfgang Brunner. Wie die Stimmung der deutschlandweiten Bevölkerung aussieht, wird sich nach der Auswertung der Erhebung zeigen. Aus dem Ergebnis werden die Wirtschaftsjunioren Handlungsempfehlungen ableiten. „Durch die Umfrage leisten wir einen Beitrag, die Voraussetzung für bessere Lebens- und wirtschaftlichen Grundlagen zu schaffen“, schloss Wolfgang Brunner.