Interkulturelles Training beim Nachbarn in Paris

Das Büro von Sonja Schlösser liegt in einer Seitenstraße im Stadtteil Bastille. Es war das erste Ziel der Parisreise der Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen am 2. und 3. März 2017. Sonja Schlösser war Wirtschaftsjuniorin in Darmstadt, hat bei einem JCI-Kongress in Barcelona ihren Mann kennengelernt und lebt mit ihm und ihren zwei Töchtern im Osten von Paris. Sie war Präsidentin der JCI Paris und leitet mit einer Partnerin ein Architektturbüro, das auf deutsch-französische Projekte spezialisiert ist. Damit war die Agenda des Nachmittags gesetzt. Besonders die interkulturellen Unterschiede waren Thema des Gesprächs. Nach dem Eindruck von Sonja Schlösser unterscheiden sich Deutschland und Frankreich grundlegend. Es war ein interessanter Austausch, der den Mitreisenden sehr deutlich gemacht hat, wie unterschiedlich Haltungen und Geschäfte sind, trotz der Nachbarschaft und des gemeinsamen Binnenmarktes.

Freier Welthandel – als Thema heute wichtiger denn je

Es ist ein imposanter Bau, in dem die Internationale Handelskammer ICC an der Avenue Wilson in Paris residiert. Die private Organisation, die 1919 gegründet wurde, um Frieden, freien Warenverkehr und den Wohlstand aller Menschen zu fördern, hat weltweit 6500 Mitglieder und ist in Unternehmen mit nationalen und internationalen Warenverkehr für die Einführung der Incoterms bekannt. Diese Lieferbedingungen regeln, wann die Ware als geliefert gilt, wer verzollt und wann gezahlt werden muss.
Das ICC versteht sich aus der Eigenen Geschichte als weltweite Handelsorganisation und engagiert sich dafür. Mary A. Kelly und Tina Launois, beide in der Abteilung „Nationale Komitees und Mitgliedschaft“, erläuterten, dass ICC als akkreditierter Beobachter bei der UN in New York die Interessen der Privatwirtschaft vertritt. ICC ist auch Berater der Welthandelsorganisation WTO und die G20-Gruppe. Deutsche Unternehmen können bei der nationalen ICC-Repräsentanz in Berlin Mitglied werden und dann ihre Expertise in den vielfältigen Arbeitsgruppen und Projekte der ICC einbringen.

Frankreich ist ein attraktiver Markt

Nach dem Ausflug auf die große Weltbühne ging es bei dem Briefing von Jörn Bousselmi, dem Geschäftsführer der deutsch-französischen Handelskammer (AHK), wieder um die deutsch-französischen Geschäftsbeziehungen. Rund 3.000 deutsche Unternehmen mit ca. 300.000 Beschäftigten sind in Frankreich tätig, rechnet man die Handelsvertretungen nicht mit. Die gleiche Anzahl an französischen Betrieben ist in etwa in Deutschland präsent. Jörg Bousselmi unterstützt mit seinem Team die 950 Mitglieder der AHK mit einem umfassenden Strauß an Dienstleistungen. Besonders die kleinen Betriebe profitieren davon, dass die AHK für sie in Frankreich als Fiskalverteter auftritt und auch die Lohnabrechnung nach französischen Standards macht. Für den AHK-Geschäftsführer ist in diesem Jahr die Präsidentschaftswahl nur das erste politische Highlight. Prognosen sind schwierig, scheiden doch mindestens 30 Prozent der aktuellen Abgeordneten aus Altersgründen aus dem französischen Parlament aus. So interessant die politische Bühne ist, so wenig wird sie Auswirkungen auf die Unternehmen haben, ist sich Jörn Bousselmi sicher: „Aufgrund der Befragung unserer Mitglieder wissen wir, dass diejenigen, die sich auf Frankreich eingelassen haben, sehr gute Geschäfte machen.

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