WJD-Bevölkerungsumfrage – Noch nie war der Arbeitsplatz sicherer

Wirtschaftsjunioren Deutschland stellen Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung 2012 vor

Das Vertrauen der Menschen in ihren Arbeitsplatz ist auf Rekordniveau: Das ist das Ergebnis der Bevölkerungsbefragung der Wirtschaftsjunioren Deutschland, an der sich auch die Darmstädter Junioren beteiligt haben. Deutschlandweit haben an der Umfrage rund 9000 Menschen teilgenommen. Weitere Ergebnisse sind: Die Menschen sind unbeeindruckt von der Krise der Europäischen Union und erwarten keine Auswirkungen auf ihre persönliche Situation. Grundsätzlich gehen sie davon aus, dass sich die Konjunktur weiter positiv entwickelt und dass auch die eigenen Finanzen stabil bleiben.

Ein weiteres Ergebnis ist, dass das Gehalt nicht allein über die Attraktivität eines Arbeitgebers entscheidet: Selbstbestimmt arbeiten zu können, ist für 42,5% der Menschen zentral, flexible Arbeitszeiten sind 41,4% wichtig, das Gehalt nennen nur 38,4%. Für Frauen steht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärker im Vordergrund als für Männer. Die jungen Unternehmer haben auch gefragt, warum sich nicht mehr Menschen für Kinder entscheiden: 51,0% nennen „Karrieredruck bzw. verminderte Karrieremöglichkeiten“, 47,5 % „fehlende Betreuungsmöglichkeiten“ und 44,8 % „Einschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten“.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier:
WJD Bevölkerungsbefragung 2012

Die Ergebnisse in der Zusammenfassung:

Konjunkturerwartung
• 41,7% der Befragten erwarten keine Veränderung der Konjunktur
• 27,3% erwarten einen Aufschwung
• 23,9% einen Rückgang

Erwartung im Hinblick auf die persönliche finanzielle Situation
• 50,8% der Befragten erwarten keine Veränderung
• 23,1% erwarten eine Verbesserung
• 26% erwarten eine Verschlechterung

Weiter mäßige Noten für die Bundesregierung – mit Tendenz nach oben
Die Bundesbürger vergeben folgende Noten:
• Für die allgemeine Politik der Bundesregierung: 3,5 (Vorjahr 3,7)
• 3,4 für die Europapolitik
• 3,5 für die Wirtschaftpolitik
• 3,6 für die Arbeitsmarktpolitik
• 3,8 für die Energiepolitik
• 4,1 für die Bildungspolitik
• 4,1 für die Generationengerechtigkeit

Deutschland bleibt pro-europäisch – doch die Sorge um den Euro wächst
• 59% der Deutschen sagen, Deutschland gehöre (eher) zu den Gewinnern des europäischen Einigungsprozesses. 2011 waren es 54%.
• Bei den Antworten auf die Frage „Haben Sie Vertrauen in die Stabilität des Euro?“ überwiegt erstmals leicht das Misstrauen (48,8%) gegenüber dem Vertrauen (47,1%).

Deutschland ist Gewinner der Globalisierung – vor allem für die junge Generation
• Immer mehr Deutsche sind der Meinung, dass Deutschland (eher) zu den Globalisierungsgewinnern zählt: 2012 70,4% der Deutschen, 2010 46,2% und 2008 42%.
• Noch klarer sehen Studierende (82,8%), Schüler/-innen (78,6%) und Selbstständige (75,7%) Deutschland – und dabei sicherlich auch sich selbst – (eher) als Globalisierungsgewinner.

Optimismus auf dem Arbeitsmarkt
• 86,7% schätzen Arbeitsplatz als sicher ein.

Bereitschaft zur Weiterbildung ist da
• Nur 11,6% der Deutschen meinen, Weiterbildung sei alleinige Aufgabe des Arbeitgebers.
• 61,6% der Befragten ist bereit, einen Eigenanteil in Form von freier Zeit zu investieren und
• 40,3% würden sich auch finanziell beteiligen.

Was Arbeitgeber attraktiv macht: Gehalt ist nicht alles
• Selbstbestimmt arbeiten zu können, sagen 42,5%
• flexible Arbeitszeiten, sagen 41,4%
• das Gehalt, sagen 38,4%
• eher nachrangig sind Standort und Bekanntheitsgrad des Unternehmens

Männer sind deutlich karriereorientierter
• Für 41,9% der Männer ist bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber ein hohes Gehalt wichtig – bei den Frauen sind es 34,0%.
• Aufstiegschancen sind für 32,2% der Männer zentral – und für 26,6% der Frauen.
• Demgegenüber sind für Frauen andere Faktoren wichtiger: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat einen viel größeren Stellenwert, ebenso flexible Arbeitszeiten.

Zweifel an Deutschlands Zukunftsfähigkeit
• 93,7% der Befragten halten die Stabilität der Sozialversicherungssysteme für potenziell gefährdet
• 60,2% der Menschen findet den Schuldenabbau wichtiger als die Senkung von Steuern.
• Die Deutschen sind unzufrieden mit der Bildungspolitik: 79,9% fordern mehr Investitionen in Bildung.

Sollten Kinderlose höhere Beiträge in Sozialversicherungssysteme zahlen?
Zustimmung und Ablehnung halten sich annähernd die Waage:
• 21,5% stimmen der Aussage voll und ganz zu, 24,6% stimmen eher zu.
• Ähnlich verhält es sich mit der Ablehnung: 27,7% – und damit etwas mehr – stimmen „ganz und gar nicht“ zu, 23,1% stimmen eher nicht zu.

Welche Ursachen hat die Kinderlosigkeit der Deutschen?
• 51% „Karrieredruck bzw. verminderte Karrieremöglichkeiten“
• 47,5% „fehlende Betreuungsmöglichkeiten“
• 44,8% „Einschränkung der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten“