Südhessens Jungunternehmer im politischen Gespräch mit Landtagskandidat Moritz Promny (FDP)

In der Druckerei Lautertal-Druck Franz Bönsel GmbH trafen sich die Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen, die Junioren des Handwerks Darmstadt und Moritz Promny, einer der Spitzenkandidaten der FDP aus Michelstadt. Bereits beim Rundgang durch die Druckerei startete direkt das politische Gespräch. Geschäftsführerin Carmen Bönsel brachte die Knackpunkte für Ihr Unternehmen auf den Punkt: Energiekosten, Grundsteuer und Fachkräfte. Dazu muss man wissen, dass die Gemeinde Lautertal mit einem Grundsteuerhebesatz von 1050% aktuell den Spitzenplatz unter den bundesdeutschen Kommunen belegt.
Ein weiteres Thema: Ausbildung außerhalb der Ballungszentren. Auf Rückfrage von Andreas Schulte, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Darmstadt-Südhessen, schildert Bönsel, dass in der Regel die potenziellen Auszubildenden keinen Führerschein besitzen und die ÖPNV-Anbindung sehr übersichtlich ist, was durchaus ein K.O.-Kriterium bei der Besetzung freier Ausbildungsplätze darstellt. Gleiches gilt zum Teil auch für einfach qualifizierte Mitarbeiter. Der Kandidat der FDP nahm dies aufmerksam auf. Für die Handwerksjunioren ist die Wiedereinführung der Meisterpflicht ein großes Thema, da die Qualität der Arbeiten durch die Lockerung und teilweise Abschaffung stark abgenommen hat. Schulte ergänzte dazu, dass wir durch die politische Steuerung und die zum Teil arrogante Art gegenüber Ausbildungsberufen ein großes Fachkräfteproblem geschaffen haben. „Im Ausland wird ein Deutscher mit Berufsausbildung mit Handkuss genommen und geschätzt, nur in Deutschland rümpft man die Nase, weil man nicht studiert hat.“ so Schulte. Moritz Promny konnte dies bestätigen. Da er mit seinem Bruder selbst das großväterliche Bauunternehmen weiter führt ist auch ihm das Problem bekannt und steht auf seiner Liste weit oben. Im Gespräch ging es noch um Themen der Sicherheit in Hessen und damit auch die notwendige Entlastung der Polizei durch weiteres Personal. Die Digitalisierung, sowohl flächendeckend, als auch im Bildungssektor ist eine Kernforderung der Junioren. Dabei geht es um den Ausbau von Breitband wie auch um die sinnvolle Einbindung in den Schulen. Die Junioren fordern auch die Einführung von Unterricht der die Schüler auf Dinge wie Wirtschaft, Miete, Steuern und usw. vorbereitet. „Es darf nicht sein, dass wir unseren Nachwuchs nur zu Theoretikern bilden“ fordert die junge Wirtschaft. Zum Ende sprach man noch über das Thema Gründung und Nachfolge. Dabei bemängeln die Junioren, dass in Hessen kaum eine realistische Möglichkeit besteht Förderungen zu bekommen, wenn man nicht im Sektor Innovation und Technologie gründet oder eine Nachfolge antritt. „Man lässt damit Know-How und große Teile der tragenden Wirtschaft einfach ausbluten, während man das Geld für IT-Gestützte Ideen förmlich hinterher geworfen bekommt“ so Schulte. Hier forderten beide Juniorenverbände schnelle Änderung und die Wiederherstellung der Gleichheit zwischen allen Branchen. Andreas Schulte erinnerte zum Schluss nochmal daran, dass gerade der Klein- und Mittelstand die Säulen der Wirtschaft sind und besonders diese Unternehmen Soziale und Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dafür darf man diese nicht noch strafen. Am Ende der rund 2 Stunden waren alle Teilnehmer sichtlich zufrieden mit dem Austausch. Die Junioren konnten Ihren Standpunkt und Ihre Forderungen deutlich machen. „Wir werden nicht aufhören die Politik mit der Nase auf die wirklichen Probleme hinzuweisen“ sagte der Vorsitzende der Wirtschaftjunioren zum Schluss. Am 21.09.2018 trifft man sich mit der Landtagskandidatin Heike Hofmann (SPD) zum Gespräch und Austausch. Weitere Termine mit den aktuell im Landtag vertretenen Parteien folgen.